Info für Evangelische

    Freiheit und Verantwortung

    Mit dem Jahr 2017 haben die Feierlichkeiten zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ begonnen. Es wird ein besonderes Jahr werden.

    Neben den 95 Thesen und der Übersetzung der Bibel in die Deutsche Sprache zeichnet Luther noch etwas Entscheidendes aus, das er dann bei der Formulierung des Augsburger Bekenntnisses 1530 in grundlegenden Glaubensartikeln formuliert hat. Der Artikel IV des Augsburger Bekenntnisses ist der „Artikel über die Rechtfertigung“, den bezeichnet Luther als die alles erschließende, bestimmende und zusammenhaltende Mitte des christlichen Glaubens und der christlichen Theologie. Sehr prägnant und präzise  bringt es Luther hier auf den Punkt: Gott rechtfertigt den Sünder um Christi willen, indem er im Sünder Glauben schafft.

    Viele Aussagen und Gleichnisse Jesu hat Luther bei dieser Aussage im „Hinterkopf“. Das wohl eindrücklichste ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-24). Der verlorene Sohn kehrt zu seinem Vater um, nachdem er sein Erbteil aufgebraucht hatte. Der Vater verlangte nicht Bußstrafen, verdammte ihn auch nicht, sondern ließ ein Freudenfest für seinen verlorenen Sohn veranstalten. Darum konnte Luther auch zu dieser pointierten Feststellung kommen.

    Gott rechtfertigt den Sünder, d.h. er macht ihn vor Gott gerecht,
    „um Christi willen“ – weil Christus bereits alles für uns bezahlt hat.
    Nun gilt die Gnade und nicht mehr das Gesetz. Das ist das reine Evangelium.
    Doch auch der Glaube ist nicht unser „Werk“, unser Verdienst, sondern eine Frucht des Heiligen Geistes, der den Glauben in uns bewirkt, wie es bei Paulus im Galaterbrief 5,22 bei den Früchten des Heiligen Geistes zum Ausdruck kommt. Darum kann Luther hier auch sagen: „indem er im Sünder Glauben schafft.“ Auch die bekannte Stelle aus dem Römerbrief (3,24) drückt das unmissverständlich aus: „Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seine Gnade durch die Erlösung, die durch Christus geschehen ist.“

    Heute stehen wir – 500 Jahre nach Luther – in der Freiheit, das Evangelium in unserer Sprache verstehen und annehmen zu können, und auch in der Verantwortung, darum das Evangelium als „billige Gnade“ zu verkündigen.
    Gott spricht uns um Christi willen gerecht, aber er „macht“ uns unser ganzes Leben lang gerecht, indem er uns hilft und begleitet, sein Evangelium immer mehr und immer besser im täglichen Leben umzusetzen.

    Zu den ersten Veranstaltungen im Bezirk Voitsberg möchte ich Sie jetzt schon sehr herzlich einladen:

    Am Samstag, 11.2.2017 findet um 19:00 in den Stadtsälen Voitsberg ein Kabarett statt. „Luther 20.17“ mit Oliver Hochkofler und Imo Trojan aus Graz.
    Kartenvorverkauf (EUR 13) im Evang. Pfarramt oder Abendkasse (EUR 15)

    Am Freitag, 17.3. führen wir um 19:30 in den Stadtsälen Voitsberg den neuen Luther-Film vor mit anschließender Diskussion.

    Wir freuen uns, wenn wir Sie bei diesen Abenden begrüßen dürfen.

     

    Robert Eberhardt, Pfr.
     

     

    Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Voitsberg
    Bahnhofstraße 12
    8570 Voitsberg